Buchveröffentlichung – Einfach geht anders

Wer dachte, ein Buch zu veröffentlichen wäre einfach, hat sich geirrt. 

Mit sechzehn Jahren war die Vorstellung, dass andere Menschen meine Geschichte lesen würden, unglaublich berauschend. Natürlich dachte ich damals, dass ich einfach nur ein paar Verlage anschreibe müsste und im nächsten Moment würden meine Leser meinen Roman in den Händen halten. Ganz so einfach war es dann doch nicht.

Deswegen möchte ich euch kreativen Köpfe in diesem Beitrag von meinen Erfahrungen – aber auch Fehlern berichten, damit ihr bei eurem ersten Schritt in die Verlagswelt nicht ins Wanken geratet.

Wie ihr vielleicht alle nachvollziehen könnt, ist es aufregend seine eigenen Gedanken in Worte zu fassen. Vor allem, wenn sie dann eine Geschichte bilden. Nach fast zwei fertigen Manuskripten kann ich sagen, dass man das Sprichwort: „Hochmut kommt vor dem Fall“ ernst nehmen sollte. Natürlich dachte ich, meine Buchidee wäre perfekt. Ich war zu stolz, um etwas anderes zu sehen.

Deswegen empfehle ich euch:

Entwerft bevor ihr beginnt in kurzen Worten einen groben Handlungsverlauf vom Anfang bis zum Ende. So habt ihr einen kleinen Leitfaden, der euch bei Blockaden hilft.

Macht euch auf jeden Fall Notizen zu euren Charakteren und Kapiteln. Das verschafft euch einen Überblick und hilft euch später bei der Einreichung für Verlage.

Oft verfällt man schnell in einen Schreibrausch. Bremst euch ab und zu und lest euer Geschriebenes noch einmal durch. Das spart Zeit bei der späteren kompletten Überarbeitung/ Korrektur. Achtet dabei auch auf das Layout. Haltet Abstände und Schriftgrößen ein.

Wenn ihr eine Blockade habt, verzweifelt nicht. Legt den Laptop einfach weg und geht raus, macht euch den Kopf frei. Die Ideen kommen schon wieder 🙂

Überprüft euer fertiges Manuskript erst einmal komplett auf den Inhalt (Wenn euer Protagonist zwischendurch blaue anstatt braune Haare hat, wäre das nicht gut.). Ist das getan, guckt nach eurem besten nach Rechtschreibfehlern, dann überprüft ihr, ob grammatikalisch alles richtig ist.

So blöd es klingen mag, aber irgendwann kann man seine Worte selbst nicht mehr lesen. Es hat ja auch nichts spannendes mehr, wenn man das Buch auswendig kann. Aus diesem Grund sucht euch Probeleser.

Lasst zuerst eure engen Freunde und Familienmitglieder probelesen. Die eventuellen Anmerkungen treffen euch erstmal nicht allzu doll – so ging es mir zumindest. Fragt auch unbedingt, ob sie Stellen markieren können, die sie nicht verstehen oder zu kompliziert geschrieben sind. Als Autor selbst hat man die ganze Geschichte im Kopf. Da merkt man oft nicht, wenn etwas nicht schlüssig ist. Vorteilhaft ist es auch, wenn ihr jemanden kennt, der vielleicht Deutschlehrer/in ist oder Germanistik studiert und üben will 😉

Außenstehende Probeleser kennen euch nicht. Sie teilen euch also schonungslos ihre Meinung mit. Nehmt diese nicht negativ auf. Wo eine Kritik ist, ist eine Möglichkeit zur Besserung. Zudem ist euer Manuskript ja noch nicht in festen Händen.

Einen Lektor zu beauftragen, kann ich nur empfehlen, wenn ihr wie ich mit einem Dienstleitungsverlag arbeitet, der sich nicht viel Mühe gibt, da ihr diesen ja im voraus bezahlt oder euer Buch selbstständig veröffentlicht. Qualität ist gut, um sich mit seinem Buch zu behaupten. Allgemein, um beim Lesen keinen Störfaktor zu haben.

 

Habt ihr all das so ähnlich gemacht, kommt das eigentliche Problem: Die Verlagssuche.

Wie oben schon erwähnt, habe ich das Nebelkind mit einem Dienstleistungsverlag veröffentlicht. Rückblickend ein Fehler. Zu dem Zeitpunkt aber war es eine gute Entscheidung gewesen, da die bekannten Verlage wahrscheinlich meine Einreichung gar nicht gelesen hatten, so viele wie die immer bekommen. Ein Grund, warum ich nur rate, sich an Autoren mit Erfahrungen zu wenden, damit sie dir beim Anschreiben und dem Exposè helfen können oder an eine Literaturagentur. Denn Lektoren im Verlag lesen zuerst das Exposè und wenn das nicht gut ist, wird eure Leseprobe gar nicht gelesen.

Vorteil:

Da ich mit vierzig Stunden in der Woche ziemlich ausgebucht bin, war es wirklich positiv, dass ich mich um nichts kümmern musste. Das wäre als Selfpublisher nicht gegangen.

Der Dienstleistungsverlag gestaltete das Cover, bot eine Korrektur und Lektorat (Achtung! Korrektorat ist nur eine Fehlerkorrektur. In einem Lektorat wird euer Text zusätzlich stilistisch und sprachlich angeschaut.), übernahm das Layout, den Druck und die Disposition.

Nachteil

Trotzdem musst du die Marketingmaßnahmen alleine managen. Niemand hilft dir bei Lesungen oder dem Auftritt in den sozialen Medien. Hilfe findest du bei anderen Autoren in zum Beispiel Facebookgruppen oder in Kursen wo dir erklärt wird, wie du einfach mit Word Press eine Webseite erstellst.

Der Dienstleistungsverlag nimmt Geld von dir, um sein Risiko abzudecken. Da er es aber im voraus bekommt, ist die Gefahr groß, dass er sich nicht mehr viel Mühe gibt. Und das hat kein Werk verdient.

Solltet ihr wie ich keine andere Wahl haben, weil ihr einfach nicht die Zeit oder die Erfahrungen im Self-Publishing haben, guckt vorher auf Erfahrungsberichte und in welcher Auflage der Dienstleistungsverlag dein Buch druckt. Oft wird dein Buch immer nur dann gedruck, wenn es gekauft wird oder nur in ganz geringer Auflage. So dämpfen sie das Risiko, was dein Buch ja eigentlich nicht sein sollte.

Hat ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt ihr einen Dienstleistungsverlag, der euch positiv überrascht hat?

 

Bei meinen nächsten Büchern werde ich mich im Self-Publishing Business versuchen oder aber auf eine Agentur setzen. (Seriöse Agenturen lassen sich erst bezahlen, wenn sie einen Vertrag mit einem Verlag ausgehandelt haben!)

Ihr seht, man kann ganz schön reingelegt werden auf der Suche nach einem Zuhause für sein Manuskript.

Deshalb würde ich mich unglaublich freuen, wenn ein paar Self-Publisher ihre Erfahrungen in den Kommentaren mit uns teilen 😊

 

Ich hoffe, die Tipps helfen euch weiter 🙂 verliert nicht die Motivation und lasst euch vom Druck, euer Manuskript an einen Verlag zu bringen oder euer Buch erfolgreicher zu machen nicht den Spaß am Schreiben nehmen

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